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Über uns

flyertischFür Freiheit und Emanzipation

JungdemokratInnen / Junge Linke Rheinland-Pfalz setzen sich als parteiunabhängiger und politischer Jugendverband für Freiheit und Emanzipation ein. Unter Freiheit verstehen wir nicht Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Parteien, Konsumgütern, Arbeitsplätzen usw., sondern individuelle Selbstbestimmung. Wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge, die der Stabilisierung der bestehenden Verhältnisse dienen, lehnen wir ab. JD/JL-RLP gehen davon aus, dass Selbstbestimmung und Freiheit nur in einem Alltag möglich sind, in dem die Individuen ihre Lebensverhältnisse offen aushandeln. Hierfür sind gesellschaftliche Verhältnisse erforderlich, in denen alle Menschen dazu befähigt sind, reflektiert zu denken und zu agieren Um dies zu erreichen, ist es notwendig sowohl gesellschaftliche Zwangs- und Konkurrenzverhältnisse zu beseitigen, als auch materielle Voraussetzungen für Mit- und Selbstbestimmung zu schaffen. Im Kapitalismus kann das Ziel einer Gesellschaft der Freiheit und Gleichheit nicht erreicht werden, weil ungleiche Machtverhältnisse darin zwangsläufig reproduziert werden. Universelle Selbstbestimmung wird auch durch Nationalstaaten, die Menschen auf eine Identität und einen bestimmten Raum festlegen, unmöglich gemacht. Menschliche Verhältnisse in unserem Sinne setzen deshalb eine Überwindung des Kapitalismus und von Nationalstaaten voraus. Während wir prinzipiell für eine Aufhebung von Kapitalismus und Nationalstaatlichkeit eintreten, beteiligen wir uns auch am Widerstand gegen reaktionäre Entwicklungen und den Abbau sozialer Errungenschaften Wir wollen eine Überwindung des Bestehenden auf dem Weg der souveränen Selbstbestimmung aller, folglich lehnen wir den Umsturz der gesellschaftlichen Verhältnisse durch eine Minderheit ab.

 

Gegen die bestehenden Verhältnisse!

Das kapitalistische System ist ein welt- und jede_n umfassendes. Amerikanische Landwirtin, chinesischer Arbeiter und deutsche Managerin sind darin gleichermaßen eingebunden. Für die Fragen, was und wie produziert wird und wie Ressourcen eingesetzt werden, ist im Kapitalismus nicht die Bedürfnisbefriedigung der Menschen entscheidend, sondern Profitmaximierung, d.h., die aus der Konkurrenz erwachsende Notwendigkeit, Gewinne zu erwirtschaften. Diese Logik des Kapitalismus ist weder durch den Appell an die Moral der “Wirtschaftsführer”, noch durch individuell verändertes Konsumverhalten zu durchbrechen.

 

russland_277Das kapitalistische Konkurrenzsystem begünstigt zudem weitere Unterdrückungsmechanismen, so zum Beispiel Patriarchat, Rassismus, Nationalismus oder den Zwang, sich in ein heterosexuelles Geschlechterverhältnis zu fügen. Diese Zwänge entstehen und werden reproduziert, ohne als solche wahrgenommen zu werden.

In der liberalen Theorie liegt die Vorstellung begründet, dass niemand – auch kein Staat – willkürlich eine Person zwingen kann. Das bislang erreichte Maß an Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und individuellen Freiheitsrechten muss verteidigt und ausgebaut werden. Eine Verbesserung der Gesamtsituation zum Wohle aller sehen wir jedoch nur in der Überwindung der bestehenden Verhältnisse – durch die Aufhebung der kapitalistischen Reproduktion. Mit dem Ende der Sowjetunion 1989/90 ist für uns nicht die kommunistisch-sozialistische Idee untergegangen, sondern vielmehr ein autoritärer Kontrollstaat, der sich eben sozialistisch nannte. Tatsächlich errichtete dieser nur ein alternatives System der Konkurrenz und Unfreiheit, so wie es in den realexistierenden, so genannten sozialistischen Systemen praktiziert wird.

 

Wir stören gern!

JD/JL-RLP verstehen sich als Selbstorganisation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Wir treten gemeinsam sowohl für allgemeine politische Ziele als auch für unsere Interessen ein. So stellen wir uns der Entmündigung entgegen, welcher Jugendliche in dieser Gesellschaft tagtäglich begegnen, und wollen eine antiautoritäre Selbstbildung organisieren. Der Schwerpunkt unseres Engagements liegt dabei auf Seminaren und Veranstaltungen. Zum einen beschäftigen wir uns dabei unter systemkritischen Aspekten mit realpolitischen Themen wie Geschlechterverhältnissen, Bildungspolitik und der „Inneren Sicherheit“. Zum anderen setzen wir uns mit reaktionären Tendenzen in der Gesellschaft auseinander, die jeglichen Diskurs mitformen. So halten wir beispielsweise Sexismus, Antisemitismus oder Rassismus für integrale Bestandteile der gesellschaftlichen Interaktion und nicht bloß für Attribute konservativer oder rechtsradikaler Kräfte.

 

JD/JL-RLP huldigen dabei nicht dogmatisch einer bestimmten Theorie, sondern bemühen sich um einen vielfältigen theoretischen Diskussions- und Lernprozess, wobei wir u.a. Gesichtspunkte des fortschrittlichen Liberalismus und der kritischen Theorie ebenso mit einbeziehen, wie beispielsweise anarchistische, radikaldemokratische oder undogmatisch-sozialistische Ansätze.

 

Parteien - Uns doch egal!

Die Anbindung an eine Partei halten wir bezüglich emanzipatorischer Politik für ein Hemmnis. Alle Parteijugenden bezahlen ihren vermeintlichen Einfluss mit Zensur durch die Mutterpartei. Um deren Wahlaussichten nicht zu gefährden oder um eine_n junge_n Kandidat_in auf die Liste zu bekommen, zensieren sie sich häufig selbst. Parteikarrieren können und wollen wir also nicht bieten – eine Parteimitgliedschaft ist jedoch für uns kein Ausschlusskriterium.

JD/JL-RLP sehen in Parlamenten und Parteien keine Möglichkeit, tief greifende gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen. Das parlamentarische System ist von Sachzwängen geprägt, welche die meisten Möglichkeiten vermeintlich oder tatsächlich ausschließen. Parlamente spiegeln die ungleichen Kräfteverhältnisse in der kapitalistischen Gesellschaft wider. Parlamentarische Entscheidungen verfestigen diese Ungleichheit, da nicht allen Menschen in gleicher Weise ermöglicht wird, auf politische Entscheidungen Einfluss zu nehmen.

Wir versuchen über außerparlamentarische Aktivitäten und kritische Bildungsarbeit die gesellschaftlichen Vorstellungen zu prägen, um so Veränderungen herbeizuführen.

 

flyer_selbstdarstellung_2009.pdf 996.59 Kb

Unsere alte Selbstdarstellung ist hier verfügbar. Mit der Selbstdarstellung grenzen wir uns vom Bundesverband von JungdemokratInnen / Junge Linke ab, da wir kaum politische Überschneidungen mit dem Bundesverband sehen. Auf der Landesmitgliederversammlung im November 2009 wurde außerdem eine Distanzierung vom Bundesverband beschlossen.

 
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