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Newsletter 4/2010

entwurf-materialism-finalLiebe Mitglieder und Interessent_innen,

Hiermit erhältst du den Newsletter 3/2010 von Jungdemokrat_innen  / Junge Linke Rheinland-Pfalz, in dem wir dich über kommende Seminare gegen die Tristesse des Alltags Informieren möchten.

#1 Allgemeines

Wie du vielleicht schon gemerkt hast, haben wir unsere Homepage ein wenig umgestaltet und hoffentlich zugänglicher gemacht. Nach dem Beschluss der Landesmitgliederversammlung, die ‚Horde‘ nicht länger als Verbandslogo zu verwenden, haben wir diese nun entfernt. Zudem wurde unser Name nach dem Beschluss der Landesmitgliederversammlung so geändert, dass wir nicht länger nur das Binnen-I, sondern den Gender-Gap („_“) im Namen tragen. Weitere Neuigkeit: Wir haben einen neuen Sticker „für fast jeden materialismus zu haben“, den du dir unter http://jd-jl-rlp.de/konsum/61-aufkleber.html ansehen und bestellen kannst.

 

#2 Termine

## 5.6.2010 -  â€žâ€¦ eine Art Bauchgrimmen des Erdballs“ – Zur Kritik des Antiamerikanismus – Jugendzentrum Bingen

Spätestens seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ist eine Auseinandersetzung mit dem Antiamerikanismus nötig. Dieser zeigt sich jedoch nicht nur in einer mörderischen und terroristischen Form. Bei Linken wie bei Rechten in Deutschland, in Europa und dem Rest der Welt sind die USA und die so genannte Amerikanisierung Feinde, gegen die sich das national und kulturell vereinigte Kollektiv stellen kann. Empirische Studien zeugen von einer festen und tiefen Verankerung antiamerikanischen Ressentiments in der Gesellschaft. So stimmen in einer aktuellen Umfrage über 80% der Befragten in Deutschland der Aussage zu, wonach „US-amerikanische Spekulanten die Werte der sozialen Marktwirtschaft“ zerstören würden. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass eine emanzipatorische Gesellschaftskritik und eine Kritik am Antiamerikanismus einander bedingen.
Wir wollen in einem Tagesseminar die Diskussion um den Antiamerikanismus aufgreifen, seinen Zusammenhang mit dem Antisemitismus, vor allem im Antiurbanismus, der reaktionären Ablehnung der Verstädterung, diskutieren und außerdem einen Blick auf den Antiamerikanismus unter der Präsidentschaft Barrack Obamas werfen.

In der theoretischen Diskussion wird Antiamerikanismus häufig analog zum Antisemitismus verstanden – als ebenso wahnhafte und projektive Welterklärung, dernach alles Schlechte in der modernen Welt nicht dem Judentum, sondern den Vereinigten Staaten zugeschrieben wird. In den Vereinigten Staaten herrschen diesem Bild nach ein ungebändigtes Gewinnstreben, auf dessen Konto auch die aktuelle Finanzkrise geht, neben einer verflachten Kommerzkultur, die mit Hollywoodfilmen und seichtem Pop die Weltöffentlichkeit verdummt und um ihre angestammten Traditionen bringt. Dabei stellt sich die Frage, wo sich dann Antisemitismus und Antiamerikanismus unterscheiden, außer im Objekt des Hasses?

Wenn Antisemitismus und Antiamerikanismus als Reaktion auf die kapitalistische Moderne enstehen, dann gilt grade die moderne Stadt als Symbol der ‚kulturellen Entwurzelung’, der industriellen Produktion und der Vermischung der Klassen und Ethnien. In den Anschlägen vom 11. September zeigt sich die Wirksamkeit dieses Weltbilds: der Angriff galt nicht dem Amerika des ländlichen Mittleren Westens, sondern dem  als kosmopolitisch, agnostisch, hedonistisch und somit „verjudet“ geltenden New York. Die Entwicklung einer Theorie und Kritik des Antiurbanismus geschieht dabei anhand der Texte deutscher Autor_innen der 20iger und 30iger Jahre. Im Besonderen anhand derer, des Geschichts- und Kulturphilosophen Oswald Spenglers.

George W. Bush war das Feindbild der Antiglobalisierungsbewegung der letzten Jahre. Mit der Wahl von Barrack Obama scheint die Welle des Antiamerikanismus an ihr Ende gekommen zu sein. Unter Obama gilt die USA auf einmal wieder vielen als Vorbild; Obama versprach, Guantanamo zu schließen und eine umfassende Gesundheitsreform nach europäischem Vorbild. Gleichzeitig zeigte sich jedoch in der Berichterstattung schon über Obamas Wahlkampf eine etwas platte Kritik, die den Wahlkampf als bloßes Spektakel brandtmarkte. Diese Entwicklung der letzten Jahre wird an Hand von Zeitungsartikeln und Kommentaren nachgezeichnet.

## 23.07. 25.07.2010 - It‘s Time for Another Revolution? - Revolution und ihre Theorie – Jugendherberge Idar-Oberstein

Über Revolutionen lässt sich immer erst rückblickend sinnvoll urteilen. Wie, wenn nicht durch den Blick in die Geschichte, können wir verstehen, was den Charakter von Revolutionen ausmacht und wieso sie nicht erfolgreich waren? Hatten sie denn vielleicht gar nicht gelingen können oder waren es konkrete Fehler, die zu ihrem Scheitern führten? Im Rahmen des Wochenendseminars wollen wir
uns nicht nur mit der Geschichte der (kommunistischen) Revolutionen – mit Schwerpunkt auf ihren Widersprüchen und Verirrungen – sondern auch mit der Einführung in die Situationistische Revolutionstheorie und letztlich mit Kritik und Zukunft von Revolutionen als kommunistische Praxis
beschäftigen.

Angefragt für das Seminar sind bisher:
- Bini Adamczak (Geschichte und Widersprüche der Oktoberrevolution)
- Zwi Negator, Biene Baumeister (Situationismus und seine Theorie)  // Haben zugesagt!

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Aktuelle Informationen gibt es wie immer unter: http://jd-jl-rlp.de

Informationen zu dem Teilnahmebeiträgen und Organisatorisches findest du hier: http://jd-jl-rlp.de/kontakt/formalia/70-organisatorisches.html

 
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