Wir kommen...
Â
Du / Ihr sitzt irgendwo in Rheinland-Pfalz und habt Bock auf linke Politik?
Es gibt vielleicht ein Jugendzentrum oder Pfarramt, wo man mal ne Veranstaltung machen könnte?
Ihr sucht ReferentInnen oder schlauen Input zu einzelnen Themen?
Â
Kein Problem.
JungdemokratInnen / Junge Linke arbeiten zu vielen Themen. Wir finden's natürlich immer gut, wenn sich Leute interessieren und bieten daher an zu einzelnen Themen eben solche Einführungen oder Diskussionen zu machen und bei der Organisation vor Ort Hilfestellung zu leisten.
Â
Radikaldemokratie - Demokratisierung der Gesellschaft
So eine Veranstaltung kann eine Diskussion am Abend sein, auch Tagesseminare sind möglich. Wie man das genau gestaltet, kann man besprechen: Vorträge, Referate, gemeinsame Diskussion oder auch mal Textlektüre oder Filmabende sind ein guter Einstieg, um zusammen an Ideen gegen den Mainstream zu basteln.
Warum wird Demokratie in der Regel formal aufgefasst und mit Mehrheitsentscheidungen von Parlamenten gleichgesetzt? Wie könnte eine Gesellschaft, wie wir sie wollen, aussehen? (Wie) können gesellschaftliche Teilbereiche wie Schule, Betrieb oder das politische System demokratisiert werden.
Â
Staatlicher Rassismus / Antirassismus
In Deutschland erfahren Menschen ohne deutschen Pass permanente, institutionalisierte Ausgrenzung. Es gibt umfangreiche Gesetze, die die Freiheit von Nicht-Deutschen enorm einschränken, von der Einreise bis hin zum Demonstrationsrecht ist manches für AusländerInnen anders als für Deutsche. Neben der Notwendigkeit, gegen Stiefelnazis und rechtsextreme Parteien vorzugehen, wollen wir uns deshalb auch mit der Kritik staatlichen Rassismus beschäftigen. Die Debatte um das Zuwanderungsgesetz wird dabei eine zentrale Rolle einnehmen.
Â
Flüchtlinge / Illegale
Die von staatlich institutionalisiertem Rassismus am härtesten betroffene Gruppe sind Flüchtlinge: Verfolgte haben kaum Chancen auf Asyl in Deutschland und der EU, hier Angekommene werden in oft unzumutbaren Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, erhalten Sozialleistungen unter dem Existenzminimum, sind mit Arbeitsverbot belegt und sehen sich ständig der Gefahr von Abschiebehaft und "Rückführung" durch den Bundesgrenzschutz ausgesetzt.
Â
Innere Sicherheit / Grundrechte
Eigentlich soll per Grundgesetz die Freiheit des Einzelnen geschützt werden - doch spätestens seit der "Anti-Terror-Gesetzgebung" nach dem 11. September werden in der Bundesrepublik individuelle Freiheitsrechte nahezu bedenkenlos zugunsten von "mehr Sicherheit" eingeschränkt. Die Instrumente, die staatlichen Behörden dabei in die Hand gegeben wurden, reichen von den vielfachen Möglichkeiten der Telefonüberwachung und des Lauschangriffs über Beobachtung durch den Verfassungsschutz, bis hin zur Erweiterung der Befugnisse für die Polizei (z.B. Vorbeugehaft) und Einschränkung demokratischer Grundrechte (Demonstrationsverbote, Reiseverbote).
Â
Feminismus
Eigentlich kein Thema mehr, oder? Leider doch. Zur wirklichen Gleichberechtigung fehlt noch einiges. Ob es um gleiche Berufschancen, soziale Absicherung, Vereinbarkeit von Kindern und Beruf oder "nur" gleiche Anerkennung geht - es ist noch viel zu tun. Dass auch tradierte Rollenverständnisse nicht verschwunden bzw. in Form biologistischer Zuschreibungen wieder im Kommen sind, kann an vielen Beispielen belegt werden.Auch zu feministischer Theorie können Veranstaltungen gemacht werden.
Â
Drogen
Drogen sind illegal. Stopp: Alkohol, Zigaretten oder Kaffe ja doch nicht. Welche Drogen sind warum erlaubt, warum andere nicht? Warum ist die Legalisierung von Drogen ein politisches Ziel? Und warum ist "Kein Knast für Hasch!" keineswegs der Weisheit letzter Schluss?Militarisierung
Deutschland wird seit neuestem "am Hindukusch verteidigt". Die Bundeswehr mischt schon jetzt auf den Kriegsschauplätzen in aller Welt mit und ist auch gerne beim "Wiederaufbau" zur Stelle. In der europäischen Verfassung soll eine gemeinsame "Krisenintervention" und die Verpflichtung aller EU-Staaten zur Aufrüstung festgeschrieben werden.
Es sind keinesfalls nur die USA, die ihre Interessen in der Welt auch kriegerisch durchsetzen, auch Deutschland und die EU sind alles andere als eine "Friedensmacht".
Â
Geschichtspolitik / Antisemitismus
Damit Deutschland weltpolitische Ansprüche trotz der Erfahrung des Nationalsozialismus wieder geltend machen kann, ist man bestrebt, einen "Schlussstrich" unter die Vergangenheit, die nicht vergehen will, zu ziehen. Daher finden sich in der Berliner Republik immer wieder "Normalisierungsdebatten" - ob bei Bundeswehrgelöbnissen, bei denen die Verbrechen der Wehrmacht durch die Glorifizierung der Hitlerattentäter des 20. Juli relativiert werden, oder in der Verschiebung des Blickwinkels auf den Zweiten Weltkrieg, indem Deutschland nicht mehr als das Land der Täter, sondern die Deutschen zum Volk von Opfern und Vertriebenen mutieren. In diesem Kontext ist auch ein Wiedererstarken von antisemitischen Grundhaltungen zu sehen, auf deren diverse Erscheinungsformen ebenfalls eingegangen werden soll.
Â
Esoterik- und Religionskritik
Die Bundesrepublik behauptet gerne, ein weltanschaulich neutraler Staat zu sein. Dem steht die Sonderstellung der christlichen Kirchen, die von staatlich eingezogener Kirchensteuer profitieren, deren konfessionelle Einrichtungen bezuschusst werden und die in Form von Religionsunterricht mit dem Privileg zur Glaubensunterweisung an staatlichen Schulen ausgestattet sind, entgegen. Kirche und Staat sind also leider keineswegs so getrennt, wie dies gut 200 Jahre nach der Aufklärung zu erwarten wäre.
Â
Und was ist dran an Yin und Yang?
Esoterik und religiöse Orientierungen sind heute weit verbreitet. Einem scheinbar unaufhaltsamen wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt steht die Popularität von Pendeln, Tarot, Energiesteinen und diversen Gurus entgegen. Doch welche Welt- und Menschenbilder finden sich im esoterischen und religiösen Denken? Stehen die Vorstellungen von Schicksalsergebenheit und höheren Wesen nicht im Widerspruch zu den Idealen von Freiheit und Gleichheit?
Wirtschaft und Soziales
Beispielsweise: Hartz & Agenda 2010
Bei der Agenda 2010 handelt es sich um ein in der Geschichte der Bundesrepublik beispielloses Maßnahmenpaket zum Abbau bisheriger sozialer Sicherungssysteme. Konnten die Hartz-Gesetze I-III mit Reformen in den Bereichen Arbeitsmarkt, Gesundheit und Rente weitgehend widerstandslos verabschiedet werden, so regte sich gegen Hartz IV mit seinen Leistungskürzungen für künftige Arbeitslosengeld II-EmpfängerInnen eine massive Protestwelle. Doch die Einschnitte in den Sozialstaat alter Prägung scheinen noch keineswegs abgeschlossen.
Wir wollen zum einen den groben Überblick über den Dschungel der Maßnahmenpakete der Agenda 2010 vermitteln, zum andern eine Kritik an der Destruktion sozialer Sicherungsstandards erarbeiten, ohne bisherige autoritäre Sozialstaatskonzeptionen zu verteidigen. Bei der Diskussion von Alternativen wird es um Umverteilungs- und Grundsicherungsmodelle wie auch um generelle Kapitalismuskritik gehen.
Â
Weitere mögliche Themen:
- Arbeit & Arbeitszwang
- Globalisierung
BildungBildung ist die Voraussetzung für die kritische Aneignung von Informationen. Gerade weil sie heute als Schlüssel für das Vorankommen in der so genannten "Wissensgesellschaft" gilt, ist ein systematischer Ausschluss weiter Bevölkerungsteile von der Möglichkeit eines umfassenden Bildungsweges nicht hinnehmbar. Wir wollen uns daher vor allem mit der hohen Selektivität des deutschen Bildungssystems - exemplarisch dem dreigliedrigen Schulsystem und der Einführung von Studiengebühren an den Hochschulen - beschäftigen und ein Gegenbild eines durchlässigen, sozialen und kritischen Bildungssystems entwerfen.
Â
Europa
Was als Wirtschaftsgemeinschaft begann, ist inzwischen zum bedeutenden Ort politischer Gestaltung jenseits des Nationalstaates geworden: Die Europäische Union trifft zunehmend Entscheidungen, die vormals im Regelungsrahmen ihrer einzelnen Mitgliedsländer lagen. Die Ausweitung des Einigungsprozesses vom Sektor gemeinsamer Wirtschafts- und Währungspolitik auf weitere Aspekte wie z.B. eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, und die damit einher gehende stetige Verrechtlichung der überstaatlichen Beziehungen der europäischen Staaten mündete im vergangenen Jahr in die Ausarbeitung eines Verfassungsentwurfes für Europa. Welche Positionen die politische Linke zur EU haben könnte, welche Entwicklungstendenzen und Perspektiven sich für eine Europäisierung der Politik abzeichnen, soll anhand beispielhaft herausgegriffener Politikbereiche intensiver beleuchtet und diskutiert werden.




