Selbstdarstellung (alt) - III. JungdemokratInnen / Junge Linke - der parteiunabhĂ€ngige und auĂerparlamentarische Jugendverband
III. JungdemokratInnen / Junge Linke - der parteiunabhĂ€ngige und auĂerparlamentarische Jugendverband
Seit nunmehr 20 Jahren arbeiten wir als vollstĂ€ndig parteiunabhĂ€ngiger Jugendverband. Dies ist in einem politischen System, in dem âPolitik" und âParteipolitik" in der öffentlichen Wahrnehmung nahezu synonym sind, keineswegs immer einfach. Es hat in der Vergangenheit nicht an Versuchen gemangelt, uns die politische Existenzberechtigung abzusprechen, uns aus den Systemen öffentliche Fördergelder zu drĂ€ngen oder anderweitig zu drangsalieren. Die Parteienkartelle in ParlamentsausschĂŒssen, Verwaltungen und Medien liefern dabei immer wieder neu den Nachweis, wie dringend es eines parteiunabhĂ€ngigen linken Jugendverbandes bedarf. Unsere Existenz ist an sich schon ein Politikum.
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Aus unserer eigenen Geschichte haben wir gelernt, wie hemmend es fĂŒr politische Arbeit sein kann, eine herrschende Partei von innen verĂ€ndern zu wollen. Den vermeintlichen Einfluss bezahlen die ParteijugendverbĂ€nde mit vielfĂ€ltigen Zensurmöglichkeiten ihrer âMutterparteien" oder, was noch schlimmer ist, mit freiwilliger Selbstzensur, um âdie Chancen der Partei bei der nĂ€chsten Wahl nicht zu verschlechtern" oder um den eigenen Kandidaten auf dem nĂ€chsten Parteitag âdurchzubringen". Wir genieĂen es jedenfalls, unserer Themen ohne Beeinflussung selbst zu wĂ€hlen und innerverbandlich um die ârichtigen" Positionen miteinander zu ringen.
Somit unterscheiden sich JungdemokratInnen/Junge Linke in ihrer Arbeit erheblich von den traditionellen ParteijugendverbÀnden. Dass wir keine Parteikarrieren zu bieten haben, schadet der Arbeit nicht - im Gegenteil.
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Von dieser selbstbewussten Position aus haben wir natĂŒrlich auch keine Probleme damit, punktuell auch mit Parteiorganisationen zu kooperieren oder diese mit unseren Positionen zu konfrontieren. In diesem Zusammenhang haben sich in der Vergangenheit insbesondere BĂŒndnis 90/Die GRĂNEN und die PDS als ansprechbar fĂŒr Zusammenarbeit erwiesen. Als parteiunabhĂ€ngigem Jugendverband steht es unseren Mitgliedern selbstverstĂ€ndlich auch frei, sich zu entscheiden, ob und in welcher Partei sie sich engagieren wollen.
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JungdemokratInnen/Junge Linke sehen - im Gegensatz zur herrschenden Ideologie - keine Möglichkeit, allein ĂŒber Parlamente und Parteien tiefgreifende demokratische VerĂ€nderungen zu bewirken. Parlamente sind nach Ansicht der JungdemokratInnen/Junge Linke zwar demokratische Errungenschaften, deren Rechte es auszubauen und zu verteidigen gilt, doch ist ihr tatsĂ€chlicher Einfluss begrenzt. Wir gehen davon aus, dass sich innerhalb der Parlamente und den staatlichen Apparaten nur auf der Grundlage auĂerparlamentarischen Drucks etwas verĂ€ndert. Deshalb legen wir den Schwerpunkt unser TĂ€tigkeit auf politische AktivitĂ€ten im auĂerparlamentarischen Bereich, auf die Arbeit mit und in auĂerparlamentarischen sozialen Bewegungen.
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So verstehen sich JungdemokratInnen / Junge Linke als der linke FlĂŒgel der Menschenrechts- und BĂŒrgerrechtsbewegung, als gesellschaftskritische, antikapitalistische Kraft in der Ăkologie und Anti-Atom-Bewegung, als antimilitaristische, antinationalistische und menschenrechtsorientierte Kraft in der Friedensbewegung. In der Antirassismus-Bewegung betonen wir die besondere Rolle etablierter politischer KrĂ€fte und staatlicher Akteure fĂŒr die Schaffung von AuslĂ€nderfeindlichkeit und Pogromstimmung. Dabei treten wir fĂŒr eine generelle Kritik der Praxis gesellschaftlicher AusschlieĂung ein.
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JungdemokratInnen/Junge Linke arbeiten in BĂŒndnissen mit anderen Organisationen, Gruppen und Initiativen zusammen, wo immer inhaltliche Ăbereinstimmungen Formen punktueller Zusammenarbeit möglich machen.
JungdemokratInnen/Junge Linke verstehen sich als Selbstorganisation von Jugendlichen. âJugendpolitik" bedeutet fĂŒr uns Politik von Jugendlichen, die sich fĂŒr politische Ziele organisieren und gemeinsam engagieren. Wenn wir etwas bewegen wollen, mĂŒssen wir unsere Interessen selbst in die Hand nehmen und damit der EntmĂŒndigung, die Jugendliche tagtĂ€glich in dieser Gesellschaft erleben, entgegentreten.
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Unsere Ăffentlichkeits- und Bildungsarbeit zielt darauf, dass in einem Prozess der SelbstaufklĂ€rung herrschende VerhĂ€ltnisse durchschaut und Ideologien als solche kritisiert werden. Wir verstehen es als unsere Aufgabe, dazu beizutragen, dass unbequeme Themen angesprochen und gesellschaftlichen Normen hinterfragt werden, die der Absicherung von Herrschaft dienen.
Durch die Artikulation unserer Positionen und Forderungen versuchen wir, im Medium verschiedener politischer Ăffentlichkeiten KrĂ€fteverhĂ€ltnisse zu verschieben. Wir arbeiten daran, durch gezielte Intervention in politische Diskurse langfristig die Ideen von demokratischen und sozialen Fortschritt wieder hegemonial werden zu lassen.




