Selbstdarstellung (alt) - II. JungdemokratInnen / Junge Linke - ein Verband mit Geschichte
II. JungdemokratInnen / Junge Linke - ein Verband mit Geschichte
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Im Jahr 1999 feierten JungdemokratInnen/ Junge Linke - je nach Betrachtungsweise - ihren 80sten, ihren 52sten oder ihren siebten Geburtstag. Im Folgenden sollen einige Stationen einer wechselvollen Geschichte nachgezeichnet werden.
In ihrer heutigen Form sind die JungdemokratInnen/Junge Linke entstanden aus der Vereinigung der Jungdemokraten (JD) in Westdeutschland und der Marxistischen Jugendvereinigung "Junge Linke" (MJV) in der ehemaligen DDR.
Die Jungdemokraten haben sich erstmals 1919 gegründet. Bald darauf wurden sie die Jugendorganisation der Deutschen Demokratischen Partei (DDP), der (kleinen) Partei des sozialliberalen Bürgertums in der Weimarer Republik, die zusammen mit der sozialistischen und der katholischen Arbeiterbewegung die erste deutsche Republik trug. Als sich die DDP zunehmend nach rechts entwickelte, verließ der linke und pazifistische Flügel 1930 die Partei. Einige, unter ihnen auch große Teile der Jungdemokraten, gründeten die Radikaldemokratische Partei (RDP), die allerdings nie größeren Einfluss erreichen konnte.
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Zwischen 1933 und 1945 waren die Jungdemokraten wie andere demokratische Organisationen auch, aufgelöst. Einzelpersonen leisteten Widerstand, flohen ins Ausland oder arrangierten sich mit den Nazis.
Im Jahr 1947 gründeten sich die Jungdemokraten als Jugendorganisation der F.D.P. bzw. der L.D.P. neu. In Ostdeutschland bald in die FDJ zwangsintegriert, gehörten die Jungdemokraten in Westdeutschland zunächst kaum zum fortschrittlichen Lager. Erst in den 60er Jahren entwickelte sich der Verband zu einer sozial-liberalen Kraft innerhalb der F.D.P. So wurde z.B. die neue Ostpolitik der Entspannung und der Abrüstung von den Jungdemokraten maßgeblich mitformuliert.
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Im Zuge der Radikalisierungsprozesse über die Außerparlamentarische Opposition (APO), die auch die Jungdemokraten Ende der 60er Jahre erfuhren, fanden dann auch antiautoritär-libertäre und undogmatisch-sozialistische Elemente stärkeren Eingang in Selbstverständnis und Programmatik unseres Verbandes. Seitdem gehört es zum Grundverständnis von Jungdemokraten, dass die Freiheitsideale des Liberalismus heute nur durch eine emanzipatorische und antikapitalistische Politik verwirklicht werden können.
Als Teil des linksliberalen Flügels versuchten die Jungdemokraten in den 70er Jahren die Instrumentalisierung der F.D.P. für ihre Ziele. Mit der so genannten „Zwei-Wege-Strategie", die im „Leverkusener Manifest" 1972 formuliert wurde, sollte außerparlamentarische Arbeit mit der Einflussnahme auf Parteien und Parlamente verbunden werden. Im gleichen Papier wurde das Verhältnis zur F.D.P. so festgestellt, dass sie „eine Agentur jener Kräfte" sei, denen es die Macht in diesem Land abzunehmen gelte. Inhaltlich und organisatorisch eigenständiger als andere Parteijugendverbände, unterstützten die Jungdemokraten die sozial-liberale Reformpolitik bzw. kämpften gegen die zunehmende Rechtsentwicklung in den zweiten Hälfte der 70er Jahre.
Als 1982 die F.D.P. zu ihren konservativ-reaktionären Ursprüngen zurück- kehrte und Helmut Kohl zum Bundeskanzler wählte, zogen die Jungdemokraten daraus die Konsequenzen und trennten sich von der F.D.P. Für Jungdemokraten war dies nur ein konsequenter Schritt, definierten sie sich doch damals wie heute nicht über ihre „Mutterpartei", sondern über ihre eigenen Positionen und Aktivitäten. Seitdem sind wir ein parteiunabhängiger Jugendverband.
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Die MJV-„Junge Linke" entstand als Basisbewegung in der DDR-Revolution 1989/90. Auf ihrem Gründungstreffen im Dezember 1989 versammelten sich Basisgruppen linker Jugendlicher aus der gesamten DDR. Aus der Kritik an FDJ und SED entwickelte sich ein Gründungskonsens für eine linke, DDR-weite Jugendorganisation. Der Name stammt - zunächst als Provisorium gedacht - von den beiden größten Gründungsgruppen Junge Linke Berlin und Marxistischer Jugendverband Leipzig.
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Die MJV-„Junge Linke" wollte
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eine Selbstorganisation von linken, marxistischen Jugendlichen sein, ohne Rückendeckung und Beeinflussung einer Partei oder eines hauptamtlichen (FDJ-) Apparates,
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für eine demokratische und sozialistische Erneuerung der DDR eintreten, auch dann noch, als andere ihr Fähnchen nach Westen schwenkten,
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basisdemokratische Strukturen schaffen, innerhalb und außerhalb der eigenen Organisation.
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