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Veranstaltungsreihe: Der andere Kommunismus

Linkssozialistische Dissidenz unter autoritär-kommunistischer Herrschaft in Ost­- und Südosteuropa in den 1950er und 1960er Jahren

In unserer Veranstaltungsreihe über Marxistische Dissidenz in Ost- und Südosteuropa möchten wir uns jenen Gruppierungen und Theoretikern widmen, die abseits der Parteidoktrin des Sowjetregimes marxistische Positionen vertraten, die auf Kritik und Reformierung der autoritär-kommunistischen Herrschaft abzielten. Anknüpfungspunkt für jene oppositionelle Haltung gegenüber dem offiziellen Marxismus-Leninismus bildete die Veröffentlichung der ökonomisch-philosophischen Manuskripte von Marx. Welche Probleme sich aus einer besonders gelagerten Interpretation der Marxschen Frühschriften ergaben, soll dabei die übergeordnete Frage der Vorträge sein.

Unser Anspruch mit dieser Reihe ist nicht, mittels eines Streifzugs durch die Geschichte marxistischer Theoriebildung eine Analyse für eine zukünftige sozialistische Praxis zu erarbeiten, deren mögliche Realisierung ohnehin gegenwärtig in weiter Ferne zu liegen scheint, sondern das Bild vom sowjetischen Block zu revidieren – nicht im Hinblick darauf, wie schrecklich dieses Bild ist, sondern mit Bezug auf eine Geschichte jener Verlierer, die vom Osten verfemt und vom Westen, wenn überhaupt, als antikommunistische Stichwortgeber missbraucht wurden.

Veranstaltungsreihe zu Jugoslawien

Mit den Veranstaltungen Die Südosteuropapolitik des deutschen Kaiserreichs – vom Berliner Kongreß zum Ersten Weltkrieg und 1914 – 1941 – 1999: Kontinuitäten deutscher Jugoslawienpolitik mit Klaus Thörner setzten wir unseren thematischen Schwerpunkt (Ex-)Jugoslawien unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Angriffskriege und den mit ihnen verbundenen Projektionsleistungen fort, den wir mit dem Vortrag Kroatische Vergangenheitspolitik zwischen Revisionismus und europäischen Standards von Ljiljana Radonic Ende letzten Jahres eingeleitet haben. Insbesondere aufgrund der Penetranz des sogenannten Gedenkjahrs, das den Deutschen zur ideologischen Einebnung des Täter-Opfer-Gegensatzes dient, aber auch hinsichtlich der begonnen EU-Beitrittsverhandlungen Serbiens, erscheint uns die Thematisierung der deutschen Balkankriege als notwendig. Daher ist neben den Referaten von Klaus Thörner für Anfang Oktober eine weitere Veranstaltung geplant, die sich 15 Jahre nach der Bombardierung Belgrads mit dem projektiven Krieg gegen Serbien auseinander- und in Beziehung zum gegenwärtigen Desinteresse an den Nachfolgestaaten Jugoslawiens setzt. Selbstverständlich informieren wir euch über Genaueres, sobald die Daten feststehen.